Archive for Apr. 2012

Ball des Weines

An diesem Wochenende bleibt die Küche kalt. Madame und ich sind zu Gast auf dem Ball des Weines in Wiesbaden und genießen unzählig viele und köstliche Weine des VdP.

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Guter Räucherlachs

Ich erinnere mich noch an die Zeit, als geräucherter Lachs etwas ganz Besonderes war. Ähnlich wie Räucherforelle oder Crevetten-Coctail im Salatblatt mit rosa Cognacsauce. Doch das ist über 40 Jahre her. Heute ist das, was auf den Frühstücksbuffets oder in den Kühlregalen der Supermärkte liegt, meistens dünn geschnippelter, billiger Zuchtlachs der Sorte Salmo Salar, gelblicher Fisch mit dicken Fetteinlagerungen für 1,99 € / 100 Gramm. Weiterlesen

Tarte Tatin – karamellisierter Apfelkuchen

Kein Zauberstück, vielmehr ein Meisterstück französischer Kochkunst! In Heidelberg gibt es eine charmante Variante der Aussprache für die Tarte Tatin, die dann ungefähr wie “Ta-Ta-Ta” klingt ;-)  Über das Rezept streiten sich viele Experten, weil jeder meint, das Beste und einzig Wahre zu haben. Dieses hier stammt von einem meiner Lieblingsköche und Lehrmeister, Konrad Bolz, einem ehemaligen Sternekoch, der viele Jahre lang den Schwanen in Gauangeloch leitete (ich und viele meiner Freunde rund um Heidelberg vermissen ihn heute noch). Die Tarte Tatin (in Frankreich auch Tarte du Chef oder Tarte des Demoiselles genannt) ist ein traditioneller französischer Apfelkuchen mit Karamellsauce, der von den Schwester Tatin aus Lamotte-Beuvron stammt. Diese, so will es die Legende, hätten eines Tages dieses Rezept erfunden, als ihnen ein ganz gewöhnlicher Apfelkuchen zerbrochen war. Um die Katastrophe zu vertuschen, entschlossen sie sich kurzerhand, den Kuchen umgekehrt zu servieren. Die Gäste waren davon so angetan, dass die Schwestern Tatin beschlossen, die Torte stets “verkehrt herum” zu backen.

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Ratatouille mit gratiniertem Ziegenkäse

Seit dem wunderbaren und gleichnamigen Zeichentrickfilm aus dem Hause Pixar hat das geschmorte Gemüsegericht, das seinen Ursprung in Südfrankreich hat, eine große Renaissance erlebt. Das hier beschriebene Gericht ist an das “echte” Ratatouille lediglich angelehnt und wurde von mir so angepasst, dass es optimal zum Ziegenkäse passt. Der Sainte Maure, welcher im optimalen Reifezustand sehr ausgewogen und sowohl salzig als auch leicht säuerlich schmeckt und nach Walnüssen duftet, entpuppt sich als idealer Gegenspieler zum Gemüse.

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Daisy’s Grüne Sauce

Es bedarf ein wenig Mut, wenn man sich an Rezepte wie die (Frankfurter) Grüne Soße herantraut. Denn immer geht es dabei auch um Überlieferungen, Tradition und Regionalstolz. “Es kann nur eine Echte geben” tönt es vom Main und sogleich entbrennt die lebhafte Diskussion darüber, welche Kräuter denn nun für Goethe’s Lieblingsessen verwendet werden dürfen, und welche nicht. “Also Dill geht gar nicht” rümpfen manche die Nase. “Estragon hat absolut nichts in der grünen Soße verloren” tönen die anderen. Und so weiter. Auch über das Mengenverhältnis wird gerne debattiert. Und darüber, ob nun Mayonnaise rein darf, oder nicht. Fakt ist: Vorgänger der grünen Sauce sind in ganz Europa seit tausenden von Jahren bekannt. Bereits die alten Römer kannten sie (und die wiederum haben sie aus dem Orient übernommen). Und irgendwann waren es wohl die Hugenotten, die die “Sauce verte” aus Frankreich nach Hessen mitbrachten.

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Gebackener Knoblauch

Manchmal sind es die einfachen und puristischen Genüsse, die einem das allergrößte Vergnügen bereiten können. Für dieses Rezept benötigt man lediglich frischen und jungen Knoblauch (z.B. Ail Rose de Lautrec), Olivenöl und Fleur de Sel.

Ca. 10 Knoblauchzehen schälen und in Alufolie wickeln. In den auf 180°C. vorgeheizten Backofen geben und 20 Minuten backen.
Den leicht gebräunten Knoblauch auf einem Teller anrichten, mit bestem Olivenöl beträufeln und mit Fleur de Sel oder grobem Salz bestreuen. Fertig.

Dazu passt knuspriges Baguette und ein Glas kräftiger Weißwein, z.B. ein Sancerre oder ein Aligoté Blanc.

Der erste Schnittlauch des Jahres

Da wir im Odenwald leben und nicht direkt von der Wärme der Bergstrasse profitieren, dauert es immer ein paar Wochen länger, bis der Garten aus dem Winterschlaf erwacht. Aber jetzt ist es soweit! Der erste Schnittlauch reckt und streckt sich in Richtung Frühlingssonne. Es wird also Zeit für ein Rührei mit frischem Schnittlauch

Schokoladenkuchen – Gâteau au Chocolat

Es gibt im Internet absurd viele Rezepte für Schokoladenkuchen. Knapp eine Million deutschsprachige Einträge findet man bei Google, 27 Millionen (!) sind es in englischer Sprache. Zwei Tatsachen lassen sich daraus ableiten. Erstens: Menschen lieben Schokoladenkuchen. Zweitens: Geschmäcker sind verschieden. Ich selbst bin nicht besonders wählerisch bei diesem Thema – ganz gleich ob Schokoladencreme, Sacher- oder Imperialtorte, Choco Bolo, Rührkuchen, Schokoladen-Gugelhupf… für die süßen Botschafter bin ich immer und jederzeit zu haben.

In meiner eigenen Küche muss ein Schokoladenkuchen drei Kriterien erfüllen: Er darf nicht zu trocken sein. Er soll verboten sinnlich und verführerisch nach Schokolade schmecken. Und er muss bei meinen Gästen für leuchtende Augen sorgen. Wenn nach dem ersten Stück nicht umgehend die flehende Bitte nach einem zweiten Stück folgt, bin ich unzufrieden.  Weiterlesen

Chico’s Brownies

Cookies, Bars, Cakes, Chips und Brownies gehören zu den beliebtesten Naschereien und Desserts in Amerika. Vor 20 Jahren waren sie außerhalb der USA noch relativ unbekannt. Doch mit der Globalisierung begann ihr Siegeszug um die ganze Welt und zwischenzeitlich haben sich Cookies und Brownies auch in vielen deutschen Bäckereien einen Stammplatz erobert. Der Name Brownie  ist auf die intensiv-dunkelbraune Farbe zurückzuführen. Ursprünglich handelte es sich wohl um einen ganz gewöhnlichen Schokoladenkuchen, der in einer rechteckigen Form gebacken wurde. Seit 1890 sind dann in den USA erste Rezepte zu finden, bei denen der flache Kuchen nach dem Backen in rechteckige Stücke portioniert – und mit weiteren Zutaten veredelt wird.

Brownies sind definitiv nichts für Kalorienzähler! Raffiniert und üppig sollten sie sein, saftig, mit einem weichen Inneren, intensiv nach dunkler Schokolade schmeckend, gerne auch mit Schokoladenstückchen, Nüssen, Mandeln, Karamell, Fudge oder Früchten verziert. Wer durch amerikanische Kochbücher blättert, wird erstaunt sein, wie viele Arten es gibt: “Caramel-Chocolate Brownies, Chunky Chocolate Brownies, Almond Decadence, Frosted Fudgy Cocoa Brownies, Buttermilk Delight Brownies, Fruit and Cream Cheese Brownies, Mint Mania Bars, Peanut Butter Rocky Road Brownies, Triple Chocolate Tuxedo Bars, Cinnamon Walnut Brownies…” Das folgende Rezept ist ein echter Klassiker, der nie aus der Mode kommt: Brownies mit dunkler Schokolade und Nüssen.

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Die ultimative Mousse au Chocolat

Bestimmt gibt es Schokoladencremes in europäischen Küchen fast so lange, wie man die Kakaobohne kennt. Und die brachten die Spanier 1520 aus Mexico mit. Das schaumig-luftige und doch so intensiv schmeckende Kunstwerk der mousse au chocolat ist aber zweifellos eine Kreation der jüngeren Küchengeschichte. Selbst Escoffier erwähnt sie in seinem berühmten Buch von 1902 nur am Rande. Nach 1920 begann jedoch der unaufhaltsame Siegeszug dieses himmlischen Desserts, und heute gibt es kaum eine Dessertkarte, auf der die Mousse nicht zu finden ist. Und so ist es auch nicht verwunderlich, wenn ein solch beliebtes Rezept sich in Dutzende von Zubereitungsarten verzweigt. Von der fertigen Mousse au Chocolat aus der Dose, über Instantpulver (nur noch Wasser einrühren) und den Fertigprodukten im Kühlregal bis hin zu unzähligen Rezepturen in Kochbüchern hat man die Qual der Wahl. Dieses Rezept habe ich seit1985 immer weiter verfeinert. Es ist also praxisbewährt und erfüllt alle wichtigen Kriterien: Nur beste Zutaten und keinerlei Hilfsmittel, intensiver Geschmack, eine perfekte Konsistenz und mit absoluter Gelinggarantie.  Weiterlesen