“KEIN GENUSS IST VORÜBERGEHEND,
DENN DER EINDRUCK, DEN ER HINTERLÄSST, IST BLEIBEND”
J.W. von Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre
Das richtige Essen, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort – das ist unbestritten das beste Rezept von allen. Eine ehrlich gekochte Minestrone als Seelentröster an einem kühlen Herbsttag; das perfekte Krabbenbrötchen an einem windigen Sommertag an der Nordseeküste; ein flaumiger Camembert mit frischem Krustenbrot – dazu ein Glas Morgon oder Cotes de Ventoux vor dem Kamin; eine ordentliche Currywurst in der nächtlichen Stadt mit einem frischen Bier; oder ein pflückfrischer Salat mit Wildkräutern, Ziegenfrischkäse und feinstem Olivenöl an einem Frühlingstag. Es sind diese relativ einfachen Dinge, die uns höchsten Genuss bescheren können. Keine Frage: Regionalität, Nachhaltigkeit und Authentizität sind die Megatrends in der Gastronomie, im Lebensmittelbereich und immer stärker auch in unseren heimischen Küchen. Wie nie zuvor achten wir heute auf Sortenvielfalt, regionale Zutaten und saisonale Produkte. Und das ist gut so.
Selbst der hartgesottenste Fast Food Junkie, für den Essen nichts anderes als Nahrungsaufnahme bedeutet, wird leuchtende Augen bekommen, wenn die ganze Küche nach warmem Apfelkuchen oder frischen Schokoladenbrownies duftet, im Juli frischer Fisch oder ein saftiges Steak auf dem Grill bruzelt oder an einem verregneten, kalten Februartag ein herzhafter Eintopf auf dem Tisch steht. Ich habe es mehrmals ausprobiert und das mit den “leuchtenden Augen” hat funktioniert. Jedes mal. Wir spüren ganz intuitiv, wie gut es uns tut (und wie wohl wir uns dabei fühlen), wenn wir auf den Rhythmus der Erde und auf die Jahreszeiten hören. Genau darum geht es in diesem Blog: Um’s Wohlfühlen, um authentischen Genuss und um leckere Rezepte, die relativ einfach nachzukochen sind.

Das kulinarische Tagebuch
Ich koche seit über 40 Jahren. Seit 30 Jahren ambitioniert. Seit 20 Jahren semiprofessionell. Ich war über zehn Jahre Geschäftsführer eines Restaurants mit über 150 Sitzplätzen und mehreren Filialen, danach Inhaber einer Tiefkühlproduktion für Blätterteiggebäck und Pasteten für die Spitzengastronomie. Seit einigen Jahren bin ich Teilhaber eines Weinhandelsgeschäfts. Diese Erfahrung und Expertise kann hilfreich sein. Vertrauen Sie mir also – ich weiß, wovon ich spreche. Der Culture Food Blog ist entstanden, weil ich in fast allen Kochshows, Gourmet-Magazinen und Restaurantblogs etwas vermisse: Echte! Saisonalität. Aber auch Hintergrundinformationen zu unserer Essenskultur und zur Kulinaristik.
“Die besten Rezepte zur Sommerküche” prangt es auf den Titelseiten. Oder “Abnehmen mit den schönsten Frühlingsrezepten”. Klar, ich verstehe die Redaktionen, die ihre Titel verkaufen – und deshalb Kino im Kopf der Konsumenten erzeugen müssen. Aber was heißt das schon, Frühlingsrezepte? Es ist ein Riesenunterschied, ob ich von Winter-Frühling, also März / April spreche, oder von Frühling-Sommer, also Juni. Jeder, der regelmäßig einen Wochenmarkt besucht, weiß: Da wachsen und reifen vollkommen andere Produkte! Mit diesem Blog begleite ich die Küche über das ganze Jahr hinweg und schreibe über alles, was der saisonale Küchenzettel hergibt. Natürlich brauchen Sie den Datumsangaben nicht stur zu folgen. Wenn ich zum Saisonauftakt am 16. September über Miesmuscheln schreibe, bedeutet das nicht, dass Sie dieses Gericht nun unbedingt am 16. September nachkochen sollen. Betrachten Sie diesen Blog einfach nur als saisonale Inspiration und das was es sein soll: Ein kulinarisches Tagebuch über und durch alle Jahreszeiten.
Was es bei Culture Food nicht gibt: Erdbeeren im November, Spargel im Dezember, Kirschen im Januar oder Tomaten im März. Wächst nicht. Schmeckt nicht. Auch wenn die Gemüseecke im Supermarkt uns etwas anderes suggeriert.

Die Lebensmittel: Jeder kann kochen!
Dieser Blog richtet sich weder an Food-Snobs noch an Anhänger ganz bestimmter Ernährungsweisen oder Weltanschauungen (Vegetarismus, Makrobiotik, Bio, etc.), sondern an Menschen, die Spaß am Kochen haben und echte Qualität einfordern. Superbillig einkaufen und trotzdem tolle Qualität erhalten, das funktioniert nicht. Wenn man anständig essen will, muss man schlicht einen angemessenen Preis dafür bezahlen. Wer im Supermarkt für 1,90 EUR Olivenöl oder “Gutshof-Hähnchen” für 3,99 EUR kauft, der will nicht wirklich wissen wo das Produkt herkommt oder unter welchen Bedingungen es hergestellt wurde. Der will betrogen werden und – das muss man ehrlich sehen – der wird auch mit meinen Empfehlungen, Rezepten und diesem Blog nicht viel anfangen können.
Also nur trendige Bio-Produkte, das teuerste Olivenöl, Filetsteak, Trüffel, Kaviar und Gänseleber? Keinesfalls! Selbstgemachtes und hochwertige Produkte von regionalen Produzenten, bewusst eingekauft und klug kombiniert, müssen nicht teuer sein. Billiger als Industriemampf oder Fertigprodukte sind sie allemal. Wie sagte die kleine Ratte Ratatouille so schön? “Jeder kann kochen!”
Für meine Rezepte verwende ich durchweg frische Zutaten vom Wochenmarkt, von ausgesuchten Händlern oder aus dem eigenen Garten. Mastfleisch aus dem Supermarkt, Tiefkühlpizza oder Tütensuppen kommen mir nicht ins Haus. Das bedeutet nicht, dass ich oder meine Frau jeden Tag einkaufen gehen und den größten Teil unserer Zeit in der Küche stehen. Weit gefehlt! Meine Frau und ich haben Vollzeitjobs, die uns oft bis nach 18 Uhr im Büro festhalten, wir haben Familie, Freunde, Hobbies und machen Sport. Trotzdem nehmen wir uns genügend Zeit, um jeden Tag lecker und frisch zu kochen – wir empfinden das nicht als Last sondern als großen Spaß.
Womit ich koche und von wem ich die Lebensmittel beziehe, wer meine großen Küchenhelden sind und welche Musik ich beim Kochen höre, finden Sie unter der Rubrik Produzenten & Genusshandwerker. Und wenn bei Ihnen dann bessere Weine und seltenere Zutaten meine Zutatenliste ersetzen, die auf regionalen und meinen eigenen finanziellen Möglichkeiten basiert, so kann nichts Besseres mehr kommen.
Die Rezepte
Meine Rezepte sind beeinflusst von ein paar persönlichen Küchengöttern (Haeberlin, Roellinger, Cipriani, Mosimann, Waters) und von drei wesentlichen Strömungen: Der italienischen Cucina povera, der klassischen französischen – und der indischen Küche. Die folgenden Kriterien sollten dabei stets erfüllt sein: Frisch, saisonal, bezahlbar und relativ einfach in der Zubereitung.
Als ich Mitte der 80er Jahre das Feinschmecker-Magazin abonnierte, war ich ganz verzückt von all den Anregungen und vielen Rezepten. Je komplizierter die Zubereitung und je exotischer die Zutaten, desto besser… Das hat sich zwischenzeitlich geändert, und zwar aus einem einfachen Grund: Es ist mir zu kompliziert geworden. Wenn ich eine Gänseleberpraline umhüllt mit Guanaja Bitterschokolade, Mascarponeravioli an weißer Strauchtomatensauce oder Millefeuille von der Felsenrotbarbe genießen möchte, dann lasse ich ich mich in einem entsprechenden Restaurant verwöhnen und stelle mich nicht mehr stundenlang in die Küche. Auch die vielen Kochbücher, die sich im Laufe der Jahre bei mir angesammelt haben, verstauben zunehmend im Regal. Vorbereitungszeit 4 Stunden? Plus Einkauf? Plus Kochen? Vakuumgaren? Molekulare Zutaten? Nicht mit mir. Ich halte mich an das KISS Prinzip: “Keep it simple and stupid” und entsprechend sind auch meine Rezeptideen: Aromatisch aber dennoch relativ einfach. Ganz ehrlich – es muss nicht immer ausgefallen sein. Und es muss nicht alles mit einem Doppelsalto angerichtet oder mit fünf verschiedenen Saucen dekoriert werden. Ein gutes Stück Fisch, sorgfältig zubereitet, ein Stück Fleisch mit aromatischem Gemüse, wunderbar zart, das ist doch etwas Herrliches!

Die Küche
Meine Küche könnte man als gemütliche Landhausküche beschreiben, mit 3 x 4 Meter Fläche, Einbauschränken aus den 90er Jahren und einem 20-Jahre alten Herd mit Backofen. Mittlerer Durchschnitt also. Aber es gibt viel Platz, einen großen Kühlschrank, ordentliche Töpfe, schwere Eisenpfannen, Bräter, Kupfersauteusen und scharfe Messer. Mehr braucht es nicht.

Der Garten
Ich wohne auf dem Land (im tiefen Odenwald, 20 km von Heidelberg entfernt) und komme dadurch in den Genuss eines eigenen Gartens. Allerdings baue ich weder Kartoffeln noch Gemüse selbst an, dafür fehlt mir einfach die Zeit bei der Pflege. Die angrenzenden Streuobstwiesen versorgen mich das ganze Jahr über mit Kirschen, Pflaumen, Äpfeln, Quitten und Birnen, aber auch Nüsse und Kastanien. Außerdem wachsen hier Tomaten, Goji-Beeren, Walderdbeeren, Johannisbeeren und Brombeeren. Ganz besonders viel Spaß bereitet mir ein Kräuterbeet, in dem frischer Schnittlauch, Thymian, Rosmarin, Fenchel, Salbei, Oregano, Bachkresse, Knoblauch und Minze wachsen.

Die Bilder
Alle Food-Fotos entstehen in Echtzeit in meiner Küche oder im Garten. Wo immer es geht, verzichte ich auf Blitz oder Lichtwannen. Mein Arbeitsgerät ist eine Nikon D300 mit einem AFS Nikkor 16-85 mm sowie weitere Objektive zwischen 12 bis 800 mm. Manchmal kommt auch eine handliche Leica D-Lux4 zum Einsatz. Die Bilder werden von mir mit Photoshop CS5 digital nachbearbeitet. Auf spezielle Photoshop-Filter, Makros oder Plugins verzichte ich dabei vollständig.
Die Anzeigen
Auf diesem Blog wird eine limitierte Anzahl von Anzeigen geschaltet. Sollten Sie Interesse an einer Anzeigenschaltung haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf oder Laden Sie die Mediadaten als PDF herunter.

Noch ein abschließendes Wort zu allen Produkten, Rezepten und Weinempfehlungen bei Culture Food: In diesem Blog geht es NICHT um Lifestyle; nicht darum, Köche und Restaurants mit überzogener Kritik niederzumachen; nicht um Restaurantempfehlungen mit ermüdend-detaillierten Beschreibungen und Fotos, die die gesamte Menüfolge dokumentieren (ehrlich gesagt, ich finde es eher lästig und stillos, wenn Gäste in einem Restaurant ständig ihre Teller fotografieren). Für mich ist Essen ein höchst sinnliches und hedonistisches Vergnügen. In einem Restaurant genieße ich das Essen, die Gespräche und die Gesellschaft meiner liebsten Freunde. Zum analysieren, fotografieren, sezieren und kritisieren habe ich da weder Lust noch Zeit. Und es geht auch nicht darum, den achtundvierzigsten Chardonnay eines bestimmten Jahrgangs zu bewerten. Für all dies gibt es unzählige Internetseiten und Blogs. Die Besten habe ich auf -> dieser Seite zusammengefasst und verlinkt.
Bei Culture Food geht es um Geschmack, Wissen, Esskultur und um all die Dinge, die unser Leben besser, nachhaltiger und sinnlicher machen. Kurzum – es geht um die Kunst des Kochens und vor allem um den Spaß am Genießen. Wenn ich mit meinen Rezepten oder Anregungen auch nur eine/n einzige/n Leser/in begeistern – oder zu ein paar wirklich genussvollen Stunden verhelfen konnte, dann hat sich die Arbeit für CULTURE FOOD schon gelohnt.
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