Gewürze – Spiel der Aromen

600 Millionen eckige Flaschen! Diese schier unglaubliche Zahl entspricht der Menge, die jedes Jahr an flüssiger Maggi-Würze produziert wird. Wer statt der Industriesoße aus Mononatriumglutamat, künstlichen Aromastoffen, Weizenproteinen und Salz lieber frische Gewürze verwenden möchte, dem eröffnet sich eine faszinierende Welt mit einer immensen Vielfalt an allen erdenklichen Aromen, Formen und Farben. Gewürze aromatisieren, verzaubern und verführen, stärken und heilen, machen Mut  und aphrodisieren.

Richtig dosiert, bringen viele Kräuter und Gewürze eine Note von Fremdheit und Abwechslung in die Küche. Sie verbessern außerdem die Haltbarkeit und die Bekömmlichkeit von Speisen. Und im besten Fall unterstreichen und verbessern Gewürze den natürlichen Eigengeschmack von Speisen, anstatt ihn zu übertünchen. 

Beim Begutachten der Gewürzvorräte verschiedener Haushalte wird sofort klar, ob es sich um einen gleichgültigen Basiswürzer handelt (Jodsalz, gemahlener weißer Pfeffer, süßer Paprika, Kümmel, Nelken, Zimt, Fertigmischung „Kräuter der Provence“), um einen interessierten Hobbywürzer (Currypulver, gerebelter Thymian, Muskatnuss, Lorbeer, weiße und schwarze Pfefferkörner, Safran, Chili, grobes Meersalz) oder um einen passionierten Kreativwürzer (Sesam, Kurkuma, Koriander, Estragon, Fenchelsamen, Senfsaat, Tonkabohnen, Sternanis, Zimtblüten, verschiedene Vanilleschoten, Zitronengras, Minze, diverse Pfeffersorten, Harissa, Garam Masala, Fleur de Sel).

Leider sind Gewürze in Deutschland eine Domäne der Lebensmittelindustrie. Meist werden im Supermarkt die praktischen 50-Gramm-Gläser gekauft, bei denen es sich um minderwertige Massenware handelt. Glauben Sie mir: Das ist herausgeworfenes Geld! Die weitaus bessere Wahl sind ungemahlene Gewürze und frische Kräuter vom Händler auf dem Wochenmarkt oder vom Spezialversand. Zur Grundausstattung gehört nicht mehr als ein Mörser, ein Wiegemesser und eine gute Pfeffermühle. Dazu vielleicht 10 Einzelgewürze und 3 Gewürzmischungen als Einstieg. Der Rest ergibt sich über die Zeit ganz automatisch und richtet sich nach den persönlichen Vorlieben. Wer erst einmal das Aroma der ätherischen Öle von zerstoßenem Kreuzkümmel oder Urwaldpfeffer kennengelernt -, handgepflückten, zart-fruchtigen Paprika aus der Steinmühle probiert -, oder ein echtes indisches Curry verwendet hat, der wird auf den Genuss von frischen Gewürzen nie mehr verzichten und die Maggi-Flasche in den Müll werfen. Garantiert!

Wie heißt es so schön: „Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt.“ Ihre Sinnesreise beginnt mit den folgenden Adressen:

Buchtipps:
Rose Marie Donhauser: Gewürze – Das große Kochbuch (Umschau Verlag)
Das große Buch der Kräuter und Gewürze (Gräfe und Unzer)
Ingo Holland: Gewürze (Tre Torri Verlag)

Infos im Internet:
Würzkraut
Gewürztempel
Altes Gewürzamt

Spezialsversender / Online Shops:
Ingo Holland
Fruity Spice
Dinses Culinarium
Sprit of Spice
Essbare Landschaften
Madavanilla
Rühlemann‘s Kräuter

 

2 Kommentare
  1. Vielen Dank für deine informative Seite. Ich habe sie heute entdeckt, weil ich nach meineem kulinarischen Aufenthalt in Spanien und Marokko ein Rezept für ein Quittenbrot suchte.
    Dabei viel mir deine interessante umfunktionierte Pallette und dein Artikel über Gewürze auf.
    Sicher kennst du auch die Gewürzmischung Ras el hanuot (welche ich aus Marokko mitgebracht habe und aus 34 verschiedenen Gewürzen besteht.) In den Läden wird diese zusammengestellt und auf Wunsch auch frisch gemahlen. Solltest du auch mal testen. Die Küche wird zu einem Geruchserlebnis, welche alle Sinne ansprechen.
    Gerne stöbere ich weiter auf deiner Seite.
    Viele Grüße
    Najade

    1. Vielen Dank, Najade. Ich habe u.a. mit einem Gewürzspezialisten und einem vegetarisch-indischen Gastronomen einen Beitrag in Vorbereitung, bei dem Mischungen wie Raz el Hanout, Berbere, Ashanti-Rub oder Panch Phoron besprochen werden, aber auch Gewürze wie z.B. Senfsaat, Fenchelsamen, Kurkuma oder Asant (Hing)

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