Kässpätzle (ultimate yum edition)

Das Slow Food Convivium Rhein-Neckar hat seit wenigen Tagen eine neue Bloggerin und die gebürtige Schwäbin hat spornstreichs ein wunderbares Rezept für Kässpätzle (nicht: Käse-Spätzle) ins Netz gestellt. Das war nicht nur ein persönliches Bekenntnis zur Regionalität, sondern als Einstand auch ziemlich mutig. Denn die Suchmaschine Google findet immerhin 87.000 Treffer für die perfekte Kombination aus leckeren Spätzle und würzigem Käse. Braucht es da noch ein weiteres? Absolut, und zwar ein ultimatives Rezept als Referenz. Ich habe es ausprobiert, ein klein wenig modifiziert (den echten Schwaben wird wahrscheinlich bei Knoblauch und Olivenöl der Hut hochgehen), meinen beiden Jungs zum Testen gegeben und das Ergebnis war eindeutig: Leuchtende Augen! Mehr wollte ich nicht.

 

 

REZEPT KÄSSPÄTZLE

Zutaten (ausreichend für 4 – 6 Personen)

– 500 g Spätzlemehl (alternativ Weizenmehl Typ 405 und 1 EL Hartweizengries)
– 8 bis 10 Eier (je nach Größe)
– frisch geriebene Muskatnuss
– etwas weißer Pfeffer aus der Mühle
– 1 EL Salz

außerdem
– 500 g geriebenen würzigen Bergkäse, Comté oder Emmentaler (übrigens: „man kann nie genug Käse nehmen“, lernte ich kürzlich von einem Allgäuer Koch…)
– 5 Zwiebeln oder 2 große Gemüsezwiebeln
– 1 Knoblauchzehe
– 50 g Butter
– 2 EL Olivenöl

Schritt 1: Die Zwiebeln schälen und grob würfeln; Knoblauchzehe schälen, ggf. grünen Trieb entfernen und mit der Knoblauchpresse ausdrücken.

 

 

Schritt 2: Die Zwiebeln in einer großen Pfanne zusammen mit der Hälfte des Knoblauchs, der Butter und dem Olivenöl anbraten bis sie leicht bräunen. Währenddessen in einer ofenfesten Form den Boden mit etwas Olivenöl und der anderen Hälfte des Knoblauchs bestreichen. Die leicht gebräunten Zwiebeln beiseite stellen und abkühlen lassen

 

 

Schritt 3: Den Backofen auf 200°C. vorheizen und ein Rost in mittlerer Höhe einschieben, auf dem die Auflaufform später stehen wird. Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen.

Schritt 4:  Den Spätzleteig mit den oben angegebenen Zutaten anrühren (und ja, es sind viele Eier) Ganz wichtig: Kein Wasser und keine Brühe hinzugeben!

 

 

Den Teig sollte man so lange schlagen, bis er Blasen wirft – er sollte weder zu dick, noch zu dünn werden. Einerseits noch feucht, dass man ihn verarbeiten kann – andererseits leicht zäh, dass man ihn problemlos 20cm lang ziehen kann. Sollte der Teig zu trocken sein, einfach noch ein Ei hinzugeben.

 

 

Ob man den Teig eine halbe Stunde stehen lässt, sobald er die gewünschte Konsistenz hat, oder ob man ihn sofort verarbeitet, ist eine Glaubensfrage, wie wenn man einen Katholiken und einen Protestanten danach fragt, ob man „Weihrauch“ nun braucht oder nicht… Ich schließe mich der Urheberin dieses Rezeptes an, dass das Ergebnis auch nicht schlechter ist, wenn man den Teig gleich weiter verabreitet.

Schritt 5: Den Teig löffelweise in eine Spätzlepresse füllen und  in das gesalzene, kochende Wasser drücken. Hat man keine Presse, verteilt man den Teig auf einem Brett und schabt ihn mit einem langen Messer ins kochende Wasser.Den Pressvorgang immer wieder kurz pausieren und den Nudelteig abstreifen, damit die Spätzle nicht so lang wie Spaghetti werden.

 

 

Sobald die Spätzle an die Wasseroberfläche aufgestiegen sind,  mit einer Kelle abschöpfen, in ein Sieb geben und mit kaltem Wasser abschrecken. Die gekochten Spätzle beiseite stellen und das Ganze so lange wiederholen, bis der gesamte Teig aufgebraucht ist.

 

 

Schritt 6:  Eine Schicht Spätzle in die Auflaufform geben, Zwiebeln darüber regelmäßig verteilen, mit dem geriebenen Bergkäse bestreuen und etwas Pfeffer darüber mahlen. Danach das Ganze schichtweise wiederholen, bis alle Spätzle aufgebraucht sind.  Auf der letzten Schicht sollte obendrauf Käse mit den Zwiebeln liegen, damit die Spätzle in der obersten Schicht nicht austrocknen.

 

 

Schritt 7: Die Kässpätzle etwa 20 Minuten überbacken. Die ersten 10 Minuten davon bedeckt (Glasdeckel oder Alufolie), die zweiten 10 Minuten geöffnet, ggf. den Grill anschalten, damit die Spätzle eine schöne goldgelbe Kruste bekommen.  Die Form mit einem wärmeresistenten Untersetzer auf den Tisch stellen und gleich servieren.

 

 

Wer mag, kann dazu einen Kopf- oder Feldsalat mit einer leichten Vinaigrette anbieten.

 

 

Weinempfehlung: Dazu passt am besten ein leichter, spritziger Riesling, ein grüner Veltliner oder ein Sauvignon Blanc. 

3 Kommentare
  1. Wenn man deftigen Käse mag, dann werden die Kässpätzle am allerbeesten wenn man die Hälfte des Käses durch Limburger Käse ersetzt und abwechselnd schichtet.
    Meine Oma hat jedoch Kässpätzle auch nur mit Emmentaler oder einem Bergkäse gemacht. Das ist schon das Original.
    Und PS: Olivenöl geht natürlich gar nicht 🙂 Knoblauch ist diskussionswürdig.

    1. Vielen Dank für die nette Ergänzung. Dass „der Schwabe“ zur puristischen Version ganz ohne Olivenöl und Knoblauch tendiert, ist natürlich nur allzu verständlich

  2. Mein Tipp: Falls Du kein sog. Spätzlemehl hast, nimm anstatt des Weizenmehls mit dem zusätzlichen Grieß besser DUNST (Mehl). Sehr gut geeignet: Typ 550. Gibt es beim (guten) Bäcker. Ist dazu noch preisgünstiger als das sog. Spätzlemehl (Synonym für Dunst). Das Ergebnis spricht für sich und auch Knoblauch und Olivenöl werden dem Rezept nichts anhaben (können).

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